Nikolausbesuche des HVB

Nikolaus-Statistik


Nikolausgeschichten
1) Gibt es den Weihnachtsmann ?
2) Elisabeth und die alte Puppe
3) Nikolausbesuch 1996
4) Weihnachten in Stenkelfeld
5) Nikolausgeschichte 1
         

Jährlich am 5.Dezember besuchen unsere 3 HVB-Nikolausgespanne die Bachemer und auch auswärtige Kinder. Wir starten um 17.oo Uhr, wobei die Besuche im 20-Minuten-Takt stattfinden. An der Haustür erwarten wir einen kleinen Zettel mit verschiedenen "Anregungen", die "Kleinen" betreffend.
Die Besuche sind grundsätzlich kostenlos, eventuelle Spenden stelle wir immer wieder wieder für einen guten Zweck zur Verfügung.
Wir besuchen auf Wunsch auch die Älteren Bürger, überreichen Geburtstagsgeschenke oder treten einfach nur als Überraschungsgast auf. Bei dieser Gelegenheit weisen wir nochmals darauf hin, dass wir in der Weihnachtszeit, nicht jedoch am Nikolausabend selbst, unsere Kostüme verleihen.


05. Dezember-Nikolausstatistik

JahrNikolausRuprechtBesucheKinderEndbetragBemerkung
2020Schumacher JürgenDiederichs Uli--  
2020Reinert PatrickHaubert Ilja--  
2020Kautenburger MatthiasDenis Werner--  
2019Schumacher JürgenDiederichs Uli2459370,- € Gesamteinnahmen: ____,-€
Nikolausabend: 370,-€
Spende: offen
2019Reinert PatrickHaubert Ilja--  
2019Kautenburger MatthiasDenis Werner--  
2018Schumacher JürgenDiederichs Uli2573400,- € Gesamteinnahmen: 400,-€
Nikolausabend: 340,-€
Vorstandsbeschluß: Spende nach Moma
(erstmals neue Nikolausstäbe)
2018Reinert PatrickHaubert Ilja--  
2018Frank StephanKautenburger Matthias--  
2017Schumacher JürgenDiederichs Uli2765460,- € Spende von 200 € nach Ikela Moma (Kongo) nach Treffen mit Roger Enyeka Boffululu und Emery Bolonga Bolonga in Losheim
Neue Nikolausbärte
2017Reinert PatrickHaubert Ilja--  
2017Frank StephanKautenburger Matthias--  
2016Schumacher JürgenDiederichs Uli1431195,- € Piccobello-Aktion Grundschule Bachem
2016Denis WernerKautenburger Matthias--  
2015Schumacher JürgenDiederichs Uli1635200,- € Spende: 100,-€ Syrische Flüchtlinge Honzrath 100,-€ Neues Nikolauskostüm (rot)
2015Reinert PatrickDenis Werner--  
2015Frank StephanKautenburger Matthias--  
2014Schumacher JürgenDiederichs Uli2348400,- € Spende von 400,-€ für Kongo-Schul-Projekt, Bokungu, Ikela, Moma (Wolfgang Leinen, Roger Enyeka Bofululu)
2014Frank StephanKautenburger Matthias--  
2014Denis WernerHaubert Ilja--  
2013Schumacher JürgenDiederichs Uli2254400,- € Spende von 400,-€ für Kongo-Schul-Projekt, Bokungu, Ikela, Moma (Wolfgang Leinen, Roger Enyeka Bofululu)
2013Haubert IljaKautenburger Matthias--  
2013Fritz KlausDenis Werner--  
2012Schumacher JürgenDenis Werner2872750,- € Spende für Kongo-Schul-Projekt, Bokungu, Ikela, Moma (Wolfgang Leinen, Roger Enyeka Bofululu)
2012Fritz KlausHaubert Ilja--  
2012Frank StephanKautenburger Matthias--  
2011Schumacher JürgenDiederichs Uli2461400,- € Spende: 100,-€ Aktion Sternenregen, Radio Salue 300,-€ Kinder-Hospizdienst Saar
2011Frank StephanKautenburger Matthias--  
2011Denis WernerFritz Klaus--  
2010Schumacher JürgenDiederichs Uli34127500,- € Spende für Kongo-Schul-Projekt, Bokungu, Ikela, Moma (Wolfgang Leinen, Roger Enyeka Bofululu)
2010Fritz KlausDenis Werner--  
2010Frank StephanKautenburger Matthias--  
2009Schumacher JürgenDiederichs Uli33102500,- € Spende für Kongo-Schul-Projekt,Bokungu, Ikela, Moma (Wolfgang Leinen, Roger Enyeka Bofululu)
2009Fritz KlausDenis Werner--  
2009Frank StephanKautenburger Matthias--  
2008Schumacher JürgenDiederichs Uli36105400,- € Spende von 400,-Euro an Aktion:
2008Schreier CarstenKautenburger Matthias--  "Ein Herz für Kinder"
2008Denis WernerAckermann Agnes--  
2007Schumacher JürgenDiederichs Uli3082300,- € Wieder mehr Besuche!
2007Schreier CarstenKautenburger Matthias--  Spenden für Fabian Scheid
2007Frank StephanAckermann Agnes--  
2006Schumacher JürgenDiederichs Uli2265300,- € Geburtenrückgang zeichnet sich auch beim Nikolaus ab!
2006Schreier CarstenKautenburger Matthias--  Spenden für Aktion Sternenregen - Saarländische Kinder in Not
2006Frank StephanHerrmann Katja--  (via Radio Salue)
2005Schumacher JürgenDiederichs Uli25-350,- € Spenden für Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland
2005Schreier CarstenKautenburger Matthias--  (Ansprechpartner: Uli Kautenburger)
2005Frank StephanHerrmann Katja--  
2004Schumacher JürgenDiederichs Uli24-300,- € Spenden zum ant. Kauf eines Rollstuhls für Florian Rheinert
2004Schreier CarstenKautenburger Matthias--  
2004Frank StephanHerrmann Katja--  
2003Schumacher JürgenDiederichs Uli33-260,- € Spenden für PLAN-International Patenschaft
2003Frank StephanHerrmann Katja--  Vereinspatenkind Giri aus Nepal
2003Diwersy BerndFritz Heiko--  
2002Schumacher JürgenDiederichs Uli34-260,- € Spenden für PLAN-International Patenschaft
2002Frank StephanHerrmann Katja--  Vereinspatenkind Giri aus Nepal
2002Diwersy BerndFritz Heiko--  
2001Schumacher JürgenDiederichs Uli32-252,- € Spenden für PLAN-International Patenschaft (504,-DM)
2001Frank StephanNonnengard Thomas--  Vereinspatenkind Giri aus Nepal
2001Diwersy BerndFritz Heiko--  
2000Schumacher JürgenDiederichs Uli24-252,- € Spenden für PLAN-International Patenschaft (504,-DM)
2000Frank StephanHerrmann Katja--  Vereinspatenkind Giri aus Nepal
2000Diwersy BerndFritz Heiko--  
1999Schumacher JürgenDiederichs Uli27-  
1999Frank StephanHerrmann Katja--  
1999Diwersy BerndFritz Heiko--  
1998Schumacher JürgenDiederichs Uli33-  
1998Frank StephanKautenburger Britta--  
1998Diwersy BerndFritz Heiko--  
1997Woll WolfgangKautenburger Britta--  
1997Schumacher JürgenDiederichs Uli39-  
1997Diwersy BerndFritz Heiko--  
1996Schumacher JürgenDiederichs Uli36-  
1996Frank StephanJonas Markus--  
1996Diwersy BerndFritz Heiko--  
1995Woll WolfgangJung Frank--  
1995Schumacher JürgenSchumacher Carola40-  
1995Diwersy BerndFritz Heiko--  
1994Schumacher JürgenSchumacher Carola32-  
1994Frank StephanSchuhmacher Stefan--  
1994Diwersy BerndFritz Heiko--  
1993Schumacher JürgenSchumacher Carola28-  
1993Frank StephanKautenburger Britta--  
1993Diwersy BerndFritz Heiko--  
1992Woll WolfgangDiwersy Irmgard--  Einnahmen: 510,-DM
1992Schumacher JürgenSchumacher Carola36-255,- € Einkauf: Nikolauskostüm 3 (Kosten 292,-DM)
1992Kautenburger ErnieKautenburger Britta--  
1991Thiery HerbertSchumacher Evi39-246,- € Einnahmen: 495,-DM
1991Schumacher JürgenSchumacher Carola--  
1990Woll WolfgangSchumacher Evi26-175,- € Einnahmen Nikolaus und Weihnachtsfeier: 349,-DM
1990Thiery HerbertSchumacher Carola--  
1989Woll WolfgangKautenburger Britta22-100,- € Einnahmen: 199,-DM Erstmalig 2 Gespanne?
1989Thiery HerbertSchumacher Carola--  Einkauf: Nikolaus-Kostüm 2 (Kosten 239,-DM)
1988Woll Wolfgang18-139,- € Einnahmen: 278,-DM
1987Woll Wolfgang17-176,- € Einnahmen: 351,-DM
1986Woll Wolfgang16-196,- € Einnahmen: 390,-DM
1985Woll Wolfgang15-189,- € Nikolausbesuch + Einnahmen Weihnachtsfeier => 377,-DM Spende an Kolumbienhilfe
1984Woll Wolfgang12-148,- € Nikolausbesuch + Einnahmen Weihnachtsfeier => 295,-DM
1983Woll Wolfgang11-60,- € Einnahmen: 120,-DM
1982Woll Wolfgang10-59,- € Einnamhen 118,-DM
1981Woll Wolfgang10-58,- € Einnamhen 117,-DM
1980Woll Wolfgang10-54,- € Einkauf: Nikolaus-Kostüm 1 (Kosten 127,-DM) Einnamhen: 107,-DM (=> an Nigeria-Hilfswerk)
1979Woll Wolfgang8-23,- € Erster HVB-Nikolaus Erstes Einsatzjahr, Kostüm geliehen Einnahmen 45,-DM



Nikolaus-Geschichten
1) Gibt es den Weihnachtsmann?

Keine bekannte Spezies der Gattung Rentier kann fliegen. Aber es gibt 300.000 Arten von lebenden Organismen, die noch klassifiziert werden müssen, und obwohl es sich dabei hauptsächlich um Insekten und Bakterien handelt, schließt dies nicht mit letzter Sicherheit fliegende Rentiere aus, die nur der Weihnachtsmann bisher gesehen hat.

Es gibt 2 Milliarden Kinder (Menschen unter 18) auf der Welt. aber da der Weihnachtsmann (scheinbar) keine Moslems, Hindu, Juden und Buddhisten beliefert, reduziert sich seine Arbeit auf etwa 15 % der Gesamtzahl - 378 Millionen Kinder (laut Volkszählungsbüro). Bei einer durchschnittlichen Kinderzahl von 3,5 pro Haushalt ergibt das 91,8 Millionen Häuser. Wir nehmen an, daß in jedem Haus mindestens ein braves Kind lebt.

Der Weihnachtsmann hat einen 31-Stunden-Weihnachtstag, bedingt durch die verschiedenen Zeitzonen, wenn er von Osten nach Westen reist (was logisch erscheint). Damit ergeben sich 822,6 Besuche pro Sekunde. Somit hat der Weihnachtsmann für jeden christlichen Haushalt mit braven Kindern 1/1000 Sekunde Zeit für seine Arbeit: Parken, aus dem Schlitten springen, den Schornstein runterklettern, die Socken füllen, die übrigen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen, alle übriggebliebenen Reste des Weihnachtsessens vertilgen, den Schornstein wieder raufklettern und zum nächsten Haus fliegen. Angenommen, daß jeder dieser 91,8 Millionen Stops gleichmäßig auf die ganze Erde verteilt ist (was natürlich, wie wir wissen, nicht stimmt, aber als Berechnungsgrundlage akzeptieren wir dies), erhalten wir nunmehr 1,3 km Entfernung von Haushalt zu Haushalt, eine Gesamtentfernung von 120,8 Millionen km, nicht mitgerechnet die Unterbrechungen für das, was jeder von uns mindestens einmal in 31 Stunden tun muß, plus Essen usw.

Das bedeutet, daß der Schlitten des Weihnachtsmannes mit 1040 km pro Sekunde fliegt, also der 3.000-fachen Schallgeschwindigkeit. Zum Vergleich: das schnellste von Menschen gebaute Fahrzeug auf der Erde, der Ulysses Space Probe, fährt mit lächerlichen 43,8 km pro Sekunde. Ein gewöhnliches Rentier schafft höchstens 24 km pro Stunde.

Die Ladung des Schlittens führt zu einem weiteren interessanten Effekt. Angenommen, jedes Kind bekommt nicht mehr als ein mittelgroßes Lego-Set (etwa 1 kg), dann hat der Schlitten ein Gewicht von 378.000 Tonnen geladen, nicht gerechnet den Weihnachtsmann, der übereinstimmend als übergewichtig beschrieben wird.

Ein gewöhnliches Rentier kann nicht mehr als 175 kg ziehen. Selbst bei der Annahme, daß ein "fliegendes Rentier" (siehe Punkt 1) das zehnfache normale Gewicht ziehen kann, braucht man für den Schlitten nicht acht oder vielleicht neun Rentiere. Man braucht 216.000 Rentiere. Das erhöht das Gewicht - den Schlitten selbst noch nicht einmal eingerechnet - auf 410.400 Tonnen. Nochmals zum Vergleich: das ist mehr als das vierfache Gewicht des bekannten Schiffs ‘Queen Elizabeth’.

410.400 Tonnen bei einer Geschwindigkeit von 1040 km/s erzeugt einen ungeheuren Luftwiderstand - dadurch werden die Rentiere aufgeheizt, genauso wie ein Raumschiff, das wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Das vorderste Paar Rentiere muß dadurch 16,6 Trillionen Joule Energie absorbieren. Jedes. Anders ausgedrückt: sie werden praktisch augenblicklich in Flammen aufgehen, das nächste Paar Rentiere wird dem Luftwiderstand preisgegeben, und es wird ein ohrenbetäubender Knall erzeugt.

Das gesamte Team von Rentieren wird innerhalb von 5 Tausendstel Sekunden vaporisiert. Der Weihnachtsmann wird währenddessen einer Beschleunigung von der Größe der 17.500-fachen Erdbeschleunigung ausgesetzt. Ein 120 kg schwerer Weihnachtsmann (was der Beschreibung nach lächerlich wenig sein muß) würde an das Ende seines Schlittens genagelt - mit einer Kraft von 20,6 Millionen Newton.

Damit kommen wir zu dem Schluß: wenn der Weihnachtsmann irgendwann einmal die Geschenke gebracht hat, ist er heute tot.

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Nikolaus-Geschichten
2) Elisabeth und die alte Puppe

Früher, als die Leute noch viel ärmer waren als heute, lebte in Bachem ein kleines Mädchen, das sich vom Nikolaus nichts sehnlichster wünschte, als eine neue Puppe. Seine alte war schon recht zerzaust und schmutzig, ihr fehlte ein Beinchen und die Farbe auf den Augen war schon ganz abgeblättert. Der heilige Nikolaus brachte den Kindern zu dieser Zeit, im Gegensatz zu heute, nur Kleinigkeiten.

Unser kleines Mädchen, es hieß Elisabeth und war sehr arm, war immer sehr artig und zuvorkommend, es half den Leuten wo es nur konnte und war deshalb bei jedermann sehr beliebt. Es bestellte sich also beim Nikolaus eine neue Puppe und - tatsächlich - am Nikolausabend legte ihr der Nikolaus unter den Fenstersims eine kleine, wunderschöne Puppe mit goldenen Engelshaaren, einem roten Kleidchen und schönen roten Lackschuhen. Zu Tränen gerührt nahm Elisabeth die kleine Puppe in die Arme, streichelte sie zärtlich und ließ sie nicht mehr los. Sie nahm das kleine Püppchen sogar mit in ihr Bettchen, so sehr hatte sie es in ihr Herz geschlossen.

Einige Tage später, Elisabeth schlenderte gerade mit ihrer neuen Puppe durch die Straßen von Bachem, traf sie ein anderes kleines Mädchen, das weinend am Straßenrand saß. Mitleidig fragte Elisabeth das kleine hilflose Mädchen nach dem Grund seiner Traurigkeit und erfuhr, daß es sich ebenfalls eine Puppe vom Nikolaus gewünscht hatte, aber nur ein paar Nüsse und eine Apfelsine bekommen hatte. „Ich hatte noch nie eine Puppe und wir haben auch keinen Weihnachtsbaum", jammerte das kleine Mädchen und weinte erneut bitterlich. Elisabeth hatte sofort Mitleid mit dem armen Kind und sprach: „Du brauchst nicht mehr zu weinen !" Schweren Herzens sah sie sich noch ein letztes Mal ihre kleine Puppe an, bevor sie sie dem kleinen erstaunten Mädchen in die Hand drückte. „Ich habe ja noch meine alte Puppe", sprach sie und lief nach Hause, wo sie ihre alte Puppe unter dem Bettchen hervorkramte und sie liebevoll und zufrieden in die Arme nahm. Ihr gutes Gewissen, einem noch ärmeren Mädchen eine großen Gefallen getan zu haben, tröstete sie über den Verlust der neuen Puppe hinweg.

Elisabeth’s gute Tat blieb nicht unbeobachtet. Der Nikolaus persönlich sah vom Himmel aus zu, wie Elisabeth dem fremden Mädchen ihre Puppe schenkte und war hierüber sehr gerührt. Noch in derselben Nacht schickte er einen kleinen Engel zu Elisabeth, der ihr, während die schlief, eine wunderschöne, nagelneue Puppe aufs Bettchen legte und leise wieder verschwand. Als Elisabeth am Morgen aufwachte, traute sie beim Anblick dieser neuen Puppe ihren Augen nicht. Sie war viel schöner als die erste Puppe, ihre Augen glitzerten und ihr langes blondes Haar lag wallend auf ihren Schultern - die schönste Puppe der Welt stellte Elisabeth fest und verstand sofort, daß sie diese Puppe einzig und allein ihrer guten Tat zu verdanken hatte.

So hat sich wieder einmal auf der Erde bestätigt, daß eine gute Tat stets belohnt wird und so bitte ich Euch, liebe Kinder und Erwachsenen, daß ihr mit guten Taten nicht zu sparsam umgeht, sondern stets zuvorkommend und hilfsbereit seid - der Lohn folgt bestimmt.

Na dann, bis zum nächsten Jahr
Euer Nikolaus

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Nikolaus-Geschichten
3) Nikolausbesuch 1996

Es ist zwar eine ganze Menge Arbeit, als Nikolaus / Knecht Ruprecht die Kinder zu besuchen, die abgemachten Termine genau einzuhalten und einen glaubwürdigen Eindruck zu hinterlassen, aber der Nikolaus hat auch eine ganze Menge Spaß bei seinen zahlreichen Besuchen.

Oft wird der Nikolaus mit unerwarteten Fragen unserer „Kleinen" überrascht, die natürlich auf eine schnelle Antwort warten: „Warum kommscht du dann immer so spät bei mich?" - „Bist du denn schon müde?" - „Jo....!", oder „Warum is dann der Knecht Ruprecht net Schwarz?" - „Weil du so artig warst, hat sich der Knecht Ruprecht extra schöne Kleider angezogen!". Um unsere Kleinen nicht zu sehr zu erschrecken, trägt der HVB-Ruprecht nämlich rote Kleidung mit weißen Bündchen und eine rote Mütze - fast wie ein Weihnachtsmann, was nicht selten unseren - wie ein Bischof gekleideten - Nikolaus in Verlegenheit bringt: „Du bischt der St.Martin!" - „Nein, ich bin der hl.Nikolaus!" - „Nee, du bischt der St. Martin". Auch auf die Frage „Warum kommscht du dann mit dem Auto?" oder „Wo is dann dein Schlitten?" muß sich der heilige Mann etwas einfallen lassen: „Es liegt ja leider kein Schnee bei Euch, deshalb mußte ich meinen Schlitten dort stehen lassen, wo ich gelandet bin - im Losheimer Wald!". Die Kleinen wollen es eben genau wissen: „Nikolaus, warum hascht du dann so en großen Stock?" - „Weil ich schon so alt bin und nicht mehr so gut gehen kann!" - „Und warum hascht du dann noch alle Zähne?.....". Neben den Fragen werden dem Nikolaus auch die tollsten musikalischen Darbietungen mit den verschiedensten Instrumenten vorgestellt: „Flöten", „Beethoven-Sonate für 2 Flügel", „Orgel", „Gitarren", „Konzert für Trompete und Piano", „Gesangsvorträge", usw... - Hörgenuß pur ! Es gibt auch sehr kurze Vorträge: Auf die Anfrage, ob er denn dem Nikolaus ein Liedchen singen kann, kam von dem Kleinen folgende Antwort: „Ja - la..,la..,la.., lala... la - fertig!"

Der Nikolaus beschenkt nicht nur die Kinder, nein, er wird auch beschenkt! Neben schönen Bildern und Bastelarbeiten bekommt der Nikolaus sehr oft auch Schnuller, um sie an die Engelchen im Himmel weiter zu geben. Bei einem Besuch bekam er sogar 15 Schnuller auf einmal. Es wird auch viel Verhandlungsgeschick gezeigt: „Ich han zwei Schnuller - einen kriegscht du dies Jahr und den anneren nägscht Jahr! - gell!". Der Schein trügt auch manchmal: Nachdem ein Kind - voller Stolz - den Schnuller an den Nikolaus weitergegeben hatte und kurz später sah, wie der Schnuller im Sack verschwand stieß es einen, durch Mark und Beine gehenden Schrei aus, heulte wie besessen drauf los und gab nicht eher Ruhe, bis Knecht Ruprecht den Schnuller zum „weiteren Verzehr" wieder zurück gab.

Zum eigenen Schutz verweisen die Kleinen auch nicht selten auf ihre Zeitgenossen: Bruder: „Ich kann schon ganz allein mein Schuh binden!" - Schwester: „Un er kann schon ganz allein in die Hos’ machen!" oder „Nikolaus - der ..... beißt mich immer - gell, der kriegt kein Trompete!" oder ...

Es gibt auch manchmal sehr „hartnäckige Kandidaten": „Reichst du dem Nikolaus mal dein Händchen?" - „Nee!" „Möchtest du dem Nikolaus den Stab festhalten?" - „Nee!" - „Hast du denn ein Gedicht für den heiligen Nikolaus gelernt?" - „Nee!" - „Und ein Liedchen?" - „Nee!". Genervt verließ das „brave Kind" den Raum und ward nicht mehr gesehen!"

Oft wird der heilige Mann auch auf harte Proben gestellt: „Nikolaus, wenn du alles weischt, dann weischt du bestimmt och wie alt ich bin?" - „Äähh.... du bist 6 Jahre alt!" - „Nee 5!" - „Ja natürlich - aber du wirst bald 6!" - „Dat stimmt!" oder „Nikolaus, ich bin mol gespannt, ob du och dat Geschenk dabei hascht, dat ich heut Mittach für mein Mama gebastelt hann!" oder „Nikolaus, hascht du dich umgezogen?" - „Wieso?" - „Ei heut Mittach han mir dich in Merzisch gesehn, do hascht du ganz anner Kleider angehabt!" oder „Nikolaus, wann fährscht du dann mit dem Zug?" - „Ich fahre nicht mit dem Zug!" - „Doch, am Sonntag!" (Das Kind wurde von seinen Eltern zur Weihnachts-Dampflokfahrt mit dem MECL eingeladen und wußte, daß dort auch der Nikolaus mitfährt!).

Es ist auch schon vorgekommen, daß nach dem Klopfen an der Haustür diese sich öffnete und das zu besuchende Kind wie ein Pfeil am Nikolaus vorbei schwirrte und in der Dunkelheit verschwand.

Eine Menge Feinarbeit ist für den heiligen Mann angesagt, wenn er an der Haustür einen Zettel entgegen nehmen muß, auf dem nur die schlechten Sachen der „Bambinos" aufgeführt sind. Der Nikolaus ist der Meinung, daß im Vordergrund das Lob stehen muß, um die Kleinen zu animieren. Bei zu vielen Rügen werden diese von den Kleinen mit den Worten „Dat stimmt net!" sowieso entschärft.

So hat der heilige Mann trotz vieler anstrengender Besuche auch seine Freude, was mit dazu beiträgt, daß er im nächsten Jahr bestimmt wieder kommen wird.....

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Nikolaus-Geschichten
4) Weihnachten in Stenkelfeld

Nikolaus-Vorabend, 5. Dezember 10:00 Uhr
In der Reihenhaussiedlung Önkelstieg läßt die Rentnerin Erna B. durch ihren Enkel drei Elektrokerzen auf der Fensterbank ihres Wohnzimmers installieren. Vorweihnachtliche Stimmung breitet sich aus, die Freude ist groß.

10:14 Uhr
Beim Entleeren des Mülleimers beobachtet Nachbar Ottfried P. die provokante Weihnachtsoffensive im Nachbarhaus und kontert umgehend mit der Aufstellung des 10-armigen dänischen Kerzensets zu je 15 Watt im Küchenfenster. Stunden später erstrahlt die gesamte Siedlung Önkelstieg im besinnlichen Glanz von 134 elektrischen Fensterdekorationen.

19:03 Uhr
Im 14 km entfernten Kohlekraftwerk Sottrop-Höcklage registriert der wachhabende Ingenieur irrtümlich einen Defekt der Strommeßgeräte für den Bereich Stenkelfeld-Nord, ist aber zunächst noch arglos.

20:17 Uhr
Den Eheleuten Horst und Heidi I. gelingt der Anschluß einer Kettenschaltung von 96 Halogenfilmleuchten durch sämtliche Bäume ihres Obstgartens an das Drehstromnetz. Teile der heimischen Vogelwelt beginnen verwirrt mit dem Nestbau.

20:56 Uhr
Der Diskothekenbesitzer Alfons K. sieht sich genötigt, seinerseits seinen Teil zur vorweihnachtlichen Stimmung beizutragen und montiert auf dem Flachdach seines Bungalows das Laserensemble Metropolis, das zu den leistungsstärksten Europas zählt. Die 40 m hohe Fassade eines angrenzenden Getreidesilos hält dem Dauerfeuer der Nikolausprojektion mehrere Minuten stand, bevor sie mit einem häßlichen Geräusch zerbröckelt.

21:30 Uhr
Im Trubel einer Weihnachtsfeier im Kohlekraftwerk Sottrop-Höcklage verhallt das Alarmsignal aus Generatorhalle 5.

21:50 Uhr
Der 85-jährige Kriegsveteran August R. zaubert mit 190 Flakscheinwerfern des Typs Varta Volkssturm den Stern von Bethlehem an die tiefhängende Wolkendecke.

22:12 Uhr
Eine Gruppe asiatischer Geschäftsleute mit leichtem Gepäck und sommerlicher Bekleidung irrt verängstigt durch die Siedlung Önkelstieg. Zuvor war eine Boing 747 der Singapur Airlines mit dem Ziel Sidney versehentlich in der mit 3000 bunten Neonröhren gepflasterten Garagenauffahrt der Bäckerei Brörmeier gelandet.

22:37 Uhr
Die NASA-Raumsonde Voyager 7 funkt vom Rande des Sonnensystems Bilder einer angeblichen Supernova auf der nördlichen Erdhalbkugel. Die Experten in Houston sind ratlos.

22:50 Uhr
Ein leichtes Beben erschüttert die Umgebung des Kohlekraftwerkes Sottrop-Höcklage. Der gesamte Komplex mit seinen 30 Turbinen läuft mit 350 Megawatt brüllend jenseits der Belastungsgrenze.

23:06 Uhr
In der taghell erleuchteten Siedlung Önkelstieg erwacht die Studentin Bettina U. und freut sich irrtümlich über den sonnigen Dezembermorgen. Um genau 23:12 Uhr betätigt sie den Schalter ihrer Kaffeemaschine.

23:12 Uhr und 14 Sekunden
In die plötzliche Dunkelheit des gesamten Landkreises Stenkelfeld bricht die Explosion des Kohlekraftwerks Sottrop-Höcklage wie Donnerhall. Durch die stockfinsteren Ortschaften irren verstörte Menschen.

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Nikolaus-Geschichten
5) Nikolausgeschichte 1

Er lief durch die Straßen des kleinen Dörfchens. Es war Nikolausabend, der 5.Dezember, ein grauer, regnerischer Abend, doch aus vielen Häusern roch es nach Zimtgebäck und frischem Lebkuchen und die Fenster waren hell erleuchtet und festlich geschmückt. Er schaute in gemütlich warme Stuben in denen sich glückliche Menschen aufhielten, doch trotzdem stellte sich kein festliches Gefühl bei ihm ein. Nein, die Zeiten in denen er an den Heiligen Nikolaus glaubte waren längst vorbei. Inzwischen kannte er die Wahrheit, inzwischen hat sich der Heilige Mann von einer geliebten und vergötterten Figur seiner schönen Kindheit zu einem Hampelmann gewandelt, der in Fußgängerzonen in rotem Hosenanzug, roter Mütze mit weißen Krempen und mit ungepflegtem grauweißem Bart, laut klingelnd die Leute anpöbelt. Unten sieht man die blaue Jeanshose und weiße Turnschuhe und der dicke Schmierbauch verdeckt dezent den breiten schwarzen Ledergürtel. Nein, den heiligen Nikolaus gibt es nicht. Vor allen Dingen war er nicht da, wenn man ihn gebraucht hätte. Zum Beispiel jetzt, wo er seine Hilfe so dringend benötigt hätte. Seit fast zwei Jahren war er nun auf der Suche nach einem Job, aber er war trotz unendlich vieler Bewerbungen und Vorstellungsgespräche einfach nicht erfolgreich. Seine Chancen auf eine Einstellung wurden mit fortschreitender Zeit immer geringer. Als Hartz IV -Empfänger brauchte er dringend Geld und hätte fast jeden Job angenommen, aber es war einfach nicht möglich. Die Schulden wuchsen ihm über den Kopf, demnächst würde er sein Haus verlieren, an die Bank, und seine Frau und die beiden Kinder, die jetzt in einem kalten, verwahrlosten Haus auf ihn warteten, litten bereits sehr unter dieser schlimmen Situation. Wie lange würden sie noch zusammen bleiben können? Wie gerne würde er jetzt an den Heiligen Nikolaus glauben, ihm seine Sorgen erzählen und sich von ihm helfen lassen, aber das wird wohl ewig ein Wunschtraum bleiben. Nein, ihm kann niemand mehr helfen. Und erst recht nicht diese dubiose Nikolausgestalt, die gerade mit Knecht Ruprecht das alte Deckerhaus verließ und ihn im Halbdunkel einfach über den Haufen rannte. „Entschuldigung!“ hörte er eine heitere Stimme sagen und er sah einen bärtigen Gesellen der ihm versonnen die Hand reichte und ihm tief in die Augen blickte. Kaum stand er wieder auf den Beinen drückte ihm der Heilige Mann zwei Äpfel in die Hand und schon waren die beiden wieder hastig verschwunden. Wahrscheinlich ins nächste Haus, um Kinder zu belügen und ihnen eine heile Welt vorzugaukeln. Er hasste es, heute nach Hause zu kommen. Nicht ein einziges kleines Geschenk hatte er für seine Kinder, das Geld reichte einfach nicht aus. Wenigstens hatte er die beiden Äpfel in seiner Tasche. Beschämt und traurig näherte er sich dem Haus, in dem seine Familie auf ihn wartete. Doch es war anders als sonst. Die Kinder hatten den Ofen angeheizt und in der kleinen Küche roch es nach Spritzgebäck und frisch gekochtem Kaffee. Regina saß auf der Ofenbank und winkte mit einem Brief. „Den hat der Briefträger heute Mittag vorbei gebracht!“ Erstaunt und sprachlos öffnete er den Brief und las die letzten Zeilen laut vor: „…. freuen wir uns, Sie als neuen Mitarbeiter in unserer Firma begrüßen zu dürfen!“. „Und das am Nikolausabend!“, sagte er gerührt und mit Tränen in den Augen. „Nikolausabend ist erst Morgen! - “, sagte Regina, „heute ist erst der vierte Dezember!“. „Aber ich habe den Nikolaus gerade getroffen, er kam aus dem Deckerhaus!“. „Die Deckers sind heute morgen in Urlaub gefahren, das Haus steht leer!“ erwiderten die Kinder. „Aber er schenkte mir zwei Äpfel für Euch!“ - Er griff in seine Manteltasche, doch die Taschen waren leer.
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